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Guinéa: Fakten -
Zahlen
Geographie:
Größe: 245 857
km² (Deutschland: 356 945 km²)
Nachbarländer entlang der 3.399 km langen Grenze nordöstlich
Mali, im Osten Elfenbeinküste, Liberia und Sierra Leone
im Süden Guinea-Bissau im Westen und Senegal im Norden.
Das Land gliedert sich in vier geographisch, klimatisch
und ethnisch verschiedene Regionen: Nieder-Guinea,
Mittelguinea, Oberguinéa und Waldguinéa. Niederguinéa
wird charakterisiert durch eine stark gegliederte Küste
mit extrem hohen Niederschlägen. Das tropische Klima
und die hohe Luftfeuchtigkeit bieten günstige Möglichkeiten
für die Landwirtschaft. Die Bevölkerung der Küstenebene,
in Mehrheit die Soussou, lebt vor allem von der
traditionellen Subsistenzwirtschaft (Reis, Kasava). Die
Region Mittel-Guinéa, das Bergland des Fouta Djalon, hat
aufgrund seiner Höhenlage fast europäisches Klima. Das
Hochland ist altes Viehzuchtgebiet. In nordöstlicher
Richtung geht das Faota Djalon in das anschließende
Savannenplateau über. Zahlreiche Flüsse durchziehen
das Land. Die Bevölkerung gehört vor allem zur Ethnie
der Maliné. Die Landwirtschaft wird vom Getreideanbau
(Mais, Reis, Maniok, Fonio) bestimmt. Die Waldregion im
äußersten SO ist von tropischem Regenwald bedeckt. Das
Äquatorial-Klima ermöglicht der Region eine reiche
Land- und Holzwirtschaft (Kaffe und Kakao, Ölpalmen,
Kautschuk, Tabak). Das ethnische Spektrum wird geprägt
von den Kissi,Toma, Guerzé, die den überlieferten
Traditionen noch sehr verbunden sind.
Bevölkerung:
Einwohner:
9.690.222 Mio. (Schätzung 2006)
Hauptstadt:
Conakry 1,8 Mio. Einwohner
Andere Städte:
N'Zérékoé, Kankan, Kindia
Bevölkerungsdichte:
35 Personen pro km²
Bevölkerungswachstum:
2,5%
Städtische
Bevölkerung: 36%
Bevölkerungsgruppen/Anteil
in %:
Stärkste Bevölkerungsgruppe sind die im bergigen
Fouta-Djalon lebenden Peuhl-Fula (40%),weitere ethnische
Gruppen sind, Malinke 30%, Soussou 20%, Kissi und Toma
10%.
Sprachen:
Verwaltungssprache: Französisch
Umgangssprachen: Mande-Sprachen
Religionen:
Katholiken:
1%
Andere Christen:
0,2%
Muslime:
76%
Traditionelle
Religionen: 23%
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Guinéa:
Geschichte in Auszügen
Archäologische
Funde weisen auf eine Besiedlung des Gebietes des heutigen
Guineas seit urgeschichtlicher Zeit hin. Nach bisherigen
Forschungen haben sich vor weit mehr als einem Jahrtausend die
Stämme Koniagui, Baga, Landouma und Nalou zusammengefunden, zu
denen dann die Fulbe stießen. Sie gehörten zu den großen Königreichen
Westafrikas.
3.-9.
Jh. : Teil des Manding-Königreichs.
10.-13.
Jh. : Teil des Königreichs
Ghana.
13. Jh.
: Fall des Königreichs Ghana.
13.-15.
Jh. : Teil des Königreichs
Mali.
1446 :
Der portugiesische Seefahrer Tristao Nunes landet an der Mündung
des Flusses, der heute seinen Namen trägt( Rio Nunes).
Mitte des 15.
Jh. :
Versuch Frankreichs ins Landesinnere vorzudringen.
16. Jh. :
Blütezeit des transatlantischen Sklavenhandels.
17. Jh. :
Mohammedanische
Fulbehirten von Futa Toro aus der Sahel lassen sich im Bergwall
des Futa nieder.
1725 :
Gründung des
Fulbestaates im Fouta Djalon. Die Fulbe praktizieren einen
strengen und puristischen Islam. Um dem Volk den Islam näherzubringen,
verwendet man zusätzlich zum Arabischen eine nicht heilige
Sprache, das Ful oder Fulfulde, in religiösen Versen. Die
Zentren des Futa haben schon nach kurzer Zeit eine starke
Intellektuelle und religiöse Ausstrahlung.
1870 :
Guinéa wird
französisches Protektorat. Frankreich stößt auf den
Widerstand der Malinké unter der Führung von Samory Touré,
der im NO des Landes mehrere Gebiete zu staatsähnlichen
Gebilden zusammengeführt hatte.
1888 :
Gefangennahme
des Führers der Malinké, Samory Touré.
1891 :
Gründung der
Kolonie Französisch-Guinéa.
1899 :
Festlegung
der bis heute gültigen Grenzen.
1902 :
Nach
Gebietsauseinandersetzungen mit England wird das Land dem 1895
geschaffenen Französisch- Westafrika eingegliedert.
1913 :
Mit dem Bau
der Eisenbahnlinie Conakry – Kankan beginnt der ökonomische
Durchbruch. Die Nord-Süd Handelswege der traditionellen Händler
werden zerschnitten und kolonialen Bedürfnissen unterworfen.
Die Geldwirtschaft, in vorkolonialer Zeit ungebräuchlich, wird
mehr und mehr eingeführt.
1944 :
Ergebnisse
der Konferenz von Brazzaville deuten auf eine veränderte
Beziehungen Frankreichs zu seinen Kolonien hin. Der Gedanke der
Autonomie wird noch verworfen aber die Kolonien sollen mehr
Rechte bekommen.
1947 :
Gründung der
antikolonialen Parti Démocratique de Guinée (PDG) unter Ahmed
Sékou Touré, die sich zunächst als Landessektion des
Rassemblement Démocratique Africain (RAD) versteht.
1956 :
Sekou Touré
erlangt einen Sitz in der französischen Nationalversammlung.
1957, März :
Bei den
Territorialwahlen erreicht das Land die Semi-Autonomie. Die PDG
ist die stärkste politische Kraft. Touré übernimmt die Vizepräsidentschaft
der Territorialversammlung. Die Abschaffung der traditionellen Häuptlinge
findet allgemeinen Anklang und ermöglicht weitere Schritte zur
völligen Loslösung von Frankreich.
1958,
28.Sept. :
Die
Volksabstimmung lehnt eine politische Gemeinschaft mit
Frankreich entschieden ab und wählt die Unabhängigkeit.
1958, 02.
Okt. : Ausrufung
der Unabhängigkeit. Sékou Touré, Gründer der lokalen Partei
der Demokratischen Afrikanischen Union, wird Präsident des
neuen Staates. Frankreich zieht sofort jegliche finanzielle und
administrative Unterstützung zurück. Die Hinwendung zur
Sowjetunion entwickelt sich fast zwangsläufig. Der Bruch mit
Frankreich beeinflusst stark die Außenpolitik der neuen
Regierung. Durch die Situation des Kalten Krieges war es Touré
möglich lange Zeit über die undemokratische Herrschaft der
Einheitspartei PDG hinwegzutäuschen und im Ausland an Ansehen
zu gewinnen.
Touré gewährt afrikanischen nationalistischen Bewegungen in
Mali und anderen französischen Kolonien beträchtliche Unterstützung,
unter anderem auch der PAIGC (Partido Africano da Indepencia
Guinée e Cabo Verde). der afrikanischen Befreiungsbewegung
gegen die portugiesische Herrschaft im benachbarten
Guinea-Bissau. Es entsteht eine äußerst gespannte Beziehung zu
Portugal.
1970, 22.
Nov. : Portugiesische
Truppen und Regierungsgegner greifen Conakry an. Es kommt
landesweit zu zahlreichen Verhaftungen.
1971, Jan.
: Die
Nationalversammlung wird in ein Revolutionstribunal umgewandelt.
Die Welle der Verhaftungen geht weiter. Folter und Tod drohen
den wirklichen und vermeintlichen Gegnern. Des Regimes. Die Zahl
derer, die ins Ausland fliehen nimmt täglich zu.
1975 :
Beitritt zur
Lomé Konvention; Wiederaufnahme der 1965 bzw. 19971
abgebrochenen diplomatischen Beziehungen zu Frankreich und
Deutschland.
1978, 27.
Dez. : Offizielle
Versöhnung mit Frankreich. Lange Periode der Missverständnisse
beendet.
1981 :
Staatspräsident
Sekou Touré zu Besuch in Deutschland.
1982, 18.
Sept. : Guinéas
Präsident zu Gast in Paris.
1984, 26. März
: Tod
des Präsidenten Sekou Touré.
1984, 03.
April : Das
Militär übernimmt die Macht unter der Führung von General
Lansana Conté.; Einheitspartei PDG wird aufgelöst und die
Verfassung suspendiert.
1985, 03.
April : Jahrestag
des Militärputsches. Das Land steht nach wie vor, vor dem Trümmerhaufen,
den 26 Jahre Diktatur und Pseudo - Sozialismus als Erbe
hinterlassen haben. Obwohl die Militärregierung bei der Machtübernahme
vor einem Jahr ein entschiedenes Bekenntnis zu einer liberalen
Wirtschaft, zur Respektierung der Menschenrechte und zu
grundlegenden Strukturreformen abgelegt hat, hat sie bisher
wenig Konkretes geschaffen.
1985, 06.
Juli : Gescheiterter
Staatsstreich gegen Conté. Der Putschversuch wurde weniger von
politischen Gegensätzen als von ethnischen und persönlichen
Rivalitäten ausgelöst.
1985, 07.
Juli : Der
Anführer des Putschversuches, der ehemalige Premierminister
Diarra Traoré, ist verhaftet.
1987, 07. Mai
: Hinrichtung
von 58 Anhängern des ehemaligen Präsidenten Sekou Touré,
(u.a.8 Exminister).
1988, Jan.
: Die
Unzufriedenheit der Bevölkerung wächst. Immer häufiger kommt
es zu Unruhen in den größeren Städten.
1990-2003
: Nach
Ausbruch des Bürgerkriegs in den Nachbarländern Liberia und
Sierra Leone Tausende von Flüchtlingen in Guinea (zeitweise bis
zu 700.000)
1993, 19.Dez.
: In
der ersten demokratischen Präsidentschaftswahl wird General
Lansana Conté als Präsident bestätigt.
1994, Jan.
: Beginn
der 3. Republik
1996, Febr.
: Niederschlagung
einer Militärrevolte
1998, 18.Dez.
: Wiederwahl
von Präsident Lansana Conté
2000, Sep.
bis März 2001 :
Abwehr von
Angriffen sierraleonischer und liberianischer Rebellen auf das
guinéische Staatsgebiet.
2001, Nov.
: Umstrittenes
Referendum zur Verfassungsänderung, mit dem die rechtlichen
Voraussetzungen für einen Verbleib von Staatspräsident Lansana
Conté im Amt über 2003 hinaus geschaffen werden.
2002, Febr.
: Gipfeltreffen
der Staatspräsidenten von Guinéa, Liberia und Sierra Leone in
Rabat, um Wege zur Beilegung des Regionalkonflikts zu erörtern.
2002, Juni
: Die
von wichtigen Oppositionsparteien boykottierten, nicht
demokratisch verlaufenen Parlamentswahlen enden mit einem klaren
Sieg der Präsidentenpartei PUP.
2003, Dez.
: Wiederwahl
von Präsident Lansana Conté, Wahlen wurden von den wichtigsten
Oppositionsparteien boykottiert.
2004, Mai
: Gipfeltreffen
der Präsidenten der Mitgliedsstaaten der Mano-River-Union in
Conakry
2004 :
Amtsantritt:
Premierminister Cellou Dalein Diallo (bis April 2006 im Amt)
Mitte 2004
: Unruhen
hervorgerufen durch Elektrizitäts- und Wasserknappheit in
Conakry und anderen großen Städten sowie durch einen
Preisanstieg für Lebensmittel, Benzin und andere Produkte.
2006, Febr.
und Juni :
Generalstreik
im ganzen Land wegen des wirtschaftlichen Niedergangs.
2007,10.Jan.-27.Febr.
: Generalstreik
mit mehreren hundert Toten.
2007, 01.März
: Einsetzung
von Premierminister Lansana Kouyaté, als Ergebnis der Streiks
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